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Mit meinen nun doch schon 30 Jahren wurde mir diese Frage schon des Öfteren gestellt.

Warum wird man Sportler? 

Selbstverständlich gibt es auf diese Frage nicht die eine richtige Antwort. Doch ich werde versuchen sie für meinen Weg zu beantworten.

Aus meiner Sicht ist die Entscheidung sich dem Leistungssport zuzuwenden keine willkürliche, sondern eine Entscheidung basierend auf Eventualitäten des Lebensweges. Ich spreche hier bewusst von Leistungssport, denn der Schritt zum Profisport ist dann immer noch ein weiter.

Für mich beginnt diese Reise grundsätzlich im Kindesalter, denn wer in einer Sportart auf Weltniveau erfolgreich sein möchte muss früh beginnen, auch wenn da noch niemand davon weiß wo die Reise einmal hingeht. In der Sportwissenschaft und deren Unterpunkt den „Trainingsmethodischen Grundlagen“ spricht man von einer Übungsstundenanzahl von ca. 10.000 in der jeweiligen Sportart um eine Chance auf Erfolg zu haben. Andere Quellen (Schnabel et. al 2008) sprechen von 10 Jahren, was umgerechnet in Trainingsstunden der Summe von 10.000 ebenfalls sehr nahe kommt.

„Dann haben dich doch deine Eltern dazu gebracht“.

Nächster Satz den man immer wieder zu hören bekommt und der hier perfekt in die Geschichte passt. Ja wer denn sonst?
Natürlich bringen einen die Eltern in den Leistungssport. Wie sonst sollte man zu Trainings- und Wettkampfstätten kommen oder die als Kind nötige Anerkennung erhalten. Ohne ein soziales Umfeld welches einem den Einstieg in den Sport ermöglicht ist es nur in Ausnahmefällen möglich sportliche Erfolge zu erzielen.

Erikson (2006) konnte in seiner Studie nachweisen, dass Eltern zu 41 Prozent an der Entwicklung hin zum Leistungssport teilhaben. Doch es wurde noch etwas viel Interessanteres festgestellt: Eltern und das soziale Umfeld sind nicht der Hauptfaktor für Kinder und Jugendliche sich dem Sport zu verschreiben.

Nein, es sind Freunde und die Gruppe von Gleichaltrigen (51%) welche einen Einstieg erst ermöglichen.

Und genau das ist es, was ich mit diesem Text aussagen möchte. Bei mir war es nicht anders. Ich bin nicht Snowboarden gegangen weil „Training“ am Plan stand, sondern weil wir eine Gruppe von Gleichaltrigen waren, welche eine gemeinsames Interesse hatten. Snowboarden.

Selbstverständlich gab es Trainer, Trainingspläne, Wettkämpfe und was sonst noch dazugehört.

Doch keinem von uns war es zu diesem Zeitpunkt klar, dass es sich hier in Richtung Leistungssport entwickeln könnte. Vielleicht unseren Trainern, doch sicher keinem der Jungs oder Mädels welche da zwischen 6 und 14 die Piste mehr oder weniger fahrend „runtergeeiert“ sind.

Anschließend an das hier erwähnte Alter von ca. 14 Jahren wird die ganze Sache dann schon etwas konkreter. Denn wer sich für eine weiterbildende Schule interessiert, wird sich fragen müssen ob sich diese mit Sport vereinbaren lässt oder eben nicht.

Das ist aus meiner Sicht der wichtigste Moment im Leben eines Sportlers.

Diese richtungsweisende Entscheidung beeinflusst sportliche wie gesellschaftliche Entwicklung beispiellos. Besonders in Sportarten in welchen es nicht möglich ist permanent außerhalb der Schulzeiten zu trainieren. Natürlich gibt es schulische Ausnahmetalente welche auch im Regelbetrieb des Schulsystem ihre 300 Fehlstunden verkraften, doch hier durfte ich mich leider nicht zu den Glücklichen zählen.

Lange rede kurzer Sinn, wer ab diesem Moment sportlich erfolgreich sein will, braucht ein Umfeld was auf Sport ausgelegt ist und einem das Gefühl gibt das Richtige zu tun.

EMTL oder „Einfach mal trainieren lassen“

Hier hatte ich das Glück in einer Schule zu landen, welche mir die Möglichkeiten gab mich mehr dem Sport als der Schule zu widmen und ganz ehrlich, dafür war ich nicht schwer zu überreden.

Doch was hier noch nicht zur Sprache kam ist die entscheidende Rolle des Trainers zu dieser Zeit. Hier geht es oft noch nicht um Höchstleistungen, sondern um die Arbeit an der technischen und konditionellen Basis.

Mir ist hier eine Floskel im Kopf geblieben welche mich und meine früheren Teamkollegen/innen für immer geprägt hat. Die EMTL – Phase.

Für mich die wichtigste auf dem letzten Teilstück zum Leistungssport aber für die Trainier bestimmt die härteste wenn du deinen Athleten/innen zusiehst wie sie mit Anlauf gegen die sprichwörtliche Wand rennen.

Für mich war es leider nicht nur eine…. . Aber ja es gibt Kinder die greifen mehr als einmal auf die heiße Herdplatte :-).

Wenn man nun gegen Ende der Schulzeit an den Punkt kommt an dem es heißt: „Was gewinnen oder doch lieber aufhören“, trennt sich aus meiner Erfahrung oft die Spreu vom Weizen.

Hier sind es nicht wenige, oftmals große Talente welche nicht mit dem Druck zurechtkommen auch auf internationalem Parkett abliefern zu müssen oder sich eben noch das ein oder andere Jahr durchbeißen zu müssen.

Auch ist dies die Phase, in der man das erste Mal mit finanziellen Themen konfrontiert wird, denn man sollte ja doch irgendwie zumindest theoretisch einmal „von Etwas“ Leben können.

Hier findet für mich der Übergang vom Leistungssport zum Profisport statt und dieser ist für sich eine neue „Reisephase“ welche ungleich steiniger wird.

Doch mehr zu diesem Thema im nächsten Artikel.

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``Posingtime``

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``Wie die Zeit vergeht``

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