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Es gibt Geschichten die kann nur der Sport schreiben und diese ist eine davon. Geboren und aufgewachsen an der Westküste der Vereinigten Staaten, in Colorado zum Topathleten gereift und für Russland zum Nationalhelden geworden.

Das ist die Geschichte von Vic Wild. Aus meiner Sicht einem der größten Sportler unserer Zeit.

 

Schon seit langem wollte ich diese Geschichte einmal der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, denn sie hat es verdient gehört und gelesen zu werden. Ich kann mich noch erinnern wie ich die olympischen Spiele in Sotchi vor dem heimischen TV verfolgt habe. Für mich hatte es damals nicht ganz gereicht und selbstverständlich war ich mehr als Enttäuscht. Meine Sympatien waren zu diesem Zeitpunkt, auf Grund der knappen Entscheidung gegen mich, nicht unbedingt auf meine heimischen Kollegen fokussiert und fieberte ich vor allem mit Athleten anderer Nationen mit.

Eine Person war da natürlich in alles Munde und das war Vic. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich ihn noch nicht besonders gut. War er doch zwei Jahre zuvor aus den USA zu den Russen gewechselt da im der amerikanische Verband keine professionelle Unterstützung und Perspektive bieten konnte.

Das muss man sich einmal vorstellen, eine der größten Volkswirtschaften schaffte es nicht ihre aussichtsreichsten Athleten auf dem Weg zu olympischen Spielen zu unterstützen. Traurig aber war.

Deswegen traf Vic die harte Entscheidung und setzte alles auf eine Karte. Es war keine Entscheidung gegen seine Heimat wie viele meinten, es war eine Entscheidung für sich. Für die Chance seine Träume zu verwirklichen und das ist ein zu tiefst amerikanischer Gesichtspunkt. Make it Work.

Das es auf dieser Reise alles auf eine Karte setzte und dabei sowohl sportlich wie auch finanziell mit dem Rücken zur Wand stand wissen viele nicht. Keine Familie konnte dieses Unterfangen finanziell unterstützen und somit trug er alleine das ganze Risiko.

Auch einen russischen Pass zu bekommen war ein Selbstläufer wie viele meinen und so blieb ihm nur die Option der Heirat. Ohne zu wissen worauf er sich einließ und was ihn erwarten würde heiratete er „Alena Zavarzina“. Eine der aussichtsreichsten russischen Athletinnen in Novosibirsk. Das er damit seine erste Goldmedaille gewinne würde war nicht sofort absehbar, doch im Nachhinein ist Alena mit ein Grund für seinen Erfolg.

Mittlerweile sind viele Jahre vergangen und die beiden sind immer noch glücklichst verheiratet und auch für viele andere Paare ein Vorbild wie man trotz diverser Unterschiede perfekt harmonieren kann.

Das sich Vic dann auch noch zum „ersten und einzigen“ Doppelolympiasieger“ im Alpinsnowboarden krönte geht dabei ja fast unter. In unserem Gespräch fragte ich ihn wie das möglich war. Seine Siegesbilanz bis zu den Spielen war ja doch eher überschaubar.

Seine Antwort: „Es gab keinen anderen Weg. Ich wusste ich hab nur diese beiden Rennen und da muss was gehen. Ich war wie in einer anderen Welt“.

Das glaube ich ihm sofort und wer Vic kennt weiß, wenn es um Rennfahren geht ist er immer in seiner eigenen Welt. Doch genau das ist es was ihn ausmacht. Viele Sportler behaupten von sich selbst Sie würden alles für ihren Sport, ihre Leidenschaft, geben.

Doch wehrt ihr bereit so weit zu gehen wie Vic?

Ich bin froh, Athleten wie ihn als Freund zu haben und zu sehen wozu Sport Menschen befähigt. Wo die Grenzen liegen und wie sehr man diese selbst verschieben kann.

Vielen Danke Vic für das Gespräch, mit deiner Emotion beeinflusst du viele junge Athleten und prägst sie nachhaltig.

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