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Corte, das Herz Korsikas.

Meer, Sonne, Strand oder doch das Herz der Insel. Was erwartet mich in der Region um Corte? Ein Streifzug durch das Landesinnere.

Korsika hat eine wunderschöne Küste, mit Palombaggia wohl den schönsten Strand am Mittelmeer und dennoch schreibe ich einen Beitrag über das Landesinnere Korsikas.

Wie kann das zusammenpassen? Ganz einfach. Die Insel besteht zu ihrem größten Teil aus einem Gebirgszug welcher in vielen Bereichen einem alpinen Hochgebirge ähnelt. Die unter euch welche mich besser kennen wissen ja schon das ich einen Hang zu Bergen habe :-).

Aber nein das ist nicht der Grund für diesen Test. Geschichtlich musste Korsika eine Besatzung nach der anderen ertragen und woher kamen die meisten Besatzer? Genau, über das Meer. Aus diesem Grunde zog es die Einheimischen immer tiefer in die Berge und an die Hänge der Gebirge zurück.

Dies hatte zur Folge das viele Orte wie Vogelnester an den Hängen kleben und nach außen hin eher abweisend wirken. Selbstverständlich trügt hier der Schein etwas, denn die Ortskerne sind meistens sehr offen, schön und einladend.

Corte, das Herz der Insel, ist hier bestimmt das beste Beispiel. Im Schutz dreier Flüsse gelegen ist dies bestimmt die „echteste“ Stadt Korsikas und für mich auch die schönste. Hier fühlt man sich erst richtig auf der Insel angekommen. Doch ganz ehrlich, die Städte sind es nicht was mich am Landesinneren fasziniert.

Vielmehr ist es die Natur und die Vielseitigkeit mit welcher sie auch einen einprasselt. Auf 30 Minuten Fahrstrecke kann man hier einfach vom alpinen Ödland in eine grüne Flusslandschaft eintauchen. Herz was willst du mehr?

Das sind mein Highlights der Region.

Ich unterteile sie hier zur leichteren Orientierung in drei Regionen.

Vizzavona/ Vivario
Cascade des Anglais. Wunderschöne Badegumpen
Col de Vizzavona. Bergpass mit vielen Wandermöglichkeiten
Vecchio Brücke und Fluss. Architektur und Badefluss
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Corte, das Herz Korsikas.
Restonicatal, das höchste Tal Korsikas
Tavignanoschlucht, diese Schlucht ist nur für Fußgänger
Altstadt von Corte. Zitadelle!
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Niolu
Lac de Nino - Bergseejuwel
Zusammenfluss Golo und Niolu
Lac de Calcuccia - Das Landmark der Region.
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Vizzavona/ Vivarrio

In einem normalen Reiseführer sucht man diese Region meist vergebens. Aus meiner Sicht absolut zu Unrecht.

Ja ihr besten Zeit hatte die Region um Vizzavona zur Jahrhundertwende, als die kühle Gegend in den Bergen gerne zur Sommerfrische genutzt wurde. Für mich gehört diese Region im Schatten des mächtigen Monte dÓro aber definitiv zu einer der sehenswertesten Teile des Landesinneren.

Cascade des Anglais.

Kaum eine halbe Stunde Fussweg von Vizzavona befindet sich eine der schönsten Ansammlung von Gumpen auf ganz Korsika. In mehr als 30 Kaskaden bahnt sich der Fluss hier seinen Weg ins Tal.

Zugegeben das Wasser ist auf Grund seiner Herkunft nicht das wärmste, dafür ist das alpine Ambiente mehr als genial!

Col de Vizzavona

Dieser schöne Bergpass liegt auf direktem Weg von Bastia nach Ajaccio, was ihn zum meistbefahrenen der Insel macht. Doch das macht ihr nicht unbedingt reizvoll. Vielmehr ist es die Tatsache das beidseitig einige der höchsten Berge Korsikas liegen und so ein wunderschönes Panorama bieten.

Hier starten einige der schönsten Wanderungen der Insel.

Vecchio Brücke und Fluss:

Wieder ein Fluss möge sich der ein oder andere denken und ja es ist wirklich so. Die Flüsse sind die wahren Juwelen der Insel. Dieser, der Vecchio befindet sich direkt an der viel befahren Straße Richtung Ajaccio. Das stört jedoch nicht weiter, liegt es doch gut 100 Höhenmeter tiefer.

Parkt man an der wunderschönen Eifelbrücke, ja diese wurde wirklich von dem Eifel entworfen, steigt man in schnellen Serpentinen den Hang hinab und schon ist man an einem grünen Fluss der einfach nur zum Baden einladet. Am besten ein paar hundert Meter Fluss aufwärts und treiben lassen…

Corte

Das wahre Herz der Insel.

Nirgendwo auf der Insel fühlt es sich so „korsisch“ an wie hier. Die Universitätsstadt ist das Herz der Insel und zieht sowohl Touristen wie Einheimische aus verschiedensten Gründen an. Sei es wegen der Schönheit der Stadt selbst oder aber wegen der Natur im direkten Umland. Hier ist für jeden etwas dabei sofern man sich nur auf die Gegend einlässt.

Restonicatal:

Ja das Tal mag zu den Touristenmagneten der Insel zählen aber das hat auch einen guten Grund. Nirgendwo sonst findet man so schöne Kiefern, schroffe Felswände und wunderschöne Natur auf so engem Raum.

Wer sich erstmal entschlossen hat das Tal zu besuchen wird sich wundern das die einspurige Straße direkt in Corte beginnt. In unzähligen Kurven windet sich die Straße knapp 1000hm in einen Talschluss hinauf und folgt dabei immer einem Fluss. Dieser bietet wie zu erwaten ebenfalls wunderschöne Badegumpen, doch diese auf Grund ihrer Lage  etwas kälter.

Doch was macht man nun im Restonicatal?

Ganz klar, Wandern! Wunderschöne Touren starten direkt am Ende der Straße. Einfach einem der Wegweißen folgen, jede einzelne ist lohnend!

Die Alternative ist das Klettern. Nirgendwo auf der Insel findet man eine solche Dichte an Granitkletterrouten wie hier. Perfekt abgesichert und leicht zu erreichen. Hier hilft der Führer: „Falaises de Corse“.

Übernachtungsmöglichkeiten:

Am leichtesten natürlich in Corte aber es gibt auch einen top gelegenen Campingplatz mitten in der Schlucht. Super für alle frühen Touren.

Camping Restonica

Tavignanoschlucht:

Wieder eine Schlucht, wieder in der Nähe von Corte und dann auch noch das Paralleltal zur Restonicaschlucht. Was soll da schon besonders und anders sein?

Einfach Alles. Die Schlucht verfügt über keinerlei Infrastruktur und gehört somit ganz den Wanderern. Wer also Ruhe sucht ist hier genau richtig.

PS: Canyoning und Gumpenhüpfen ist natürlich möglich und auch richtig cool!

Corte:

Nach einer ganzen Reihe von landschaftlichen Besonderheiten nun doch einmal eine Stadt und das von mir. Aber ja Corte liegt mir wirklich am Herzen. Von weiter weg sie nicht wirklich eine Schönheit, aber Schönheit kommt ja bekanntlich von innen und so ist es auch hier.

Ja es gibt um die Stadt einen kleinen Industriegürtel, aber der ist für innereuropäische Verhältnisse kaum eine Erwähnung wert und man wird schon von weither mit der Aussicht auf die Zitadelle (Burg) belohnt. Diese thront hoch über der Altstadt und liegt geschützt zwischen Restonica und Tavignanoschlucht seit jeher nahezu uneinnehmbar.

Heute führen diverse Brücken, vorbei an der Universität in die Stadt. Dort er einmal angekommen, Auto parken und auf Schusters Rappen weiter. Mit ihren vielen Treppen und Gassen kommt man sowieso nur zu Fuß wirklich gut voran.

Die Auswahl an Shops und Geschäften lässt keine Wünsche offen und vor allem der „Messershop“ hat es mir angetan. Hierfür sind die Korsen ja auch bekannt, kein Mann ohne sein Messer.

Mehr muss ich hier auch garnicht erzählen einfach rein in die Stadt und genießen.

Niolu

Auch wenn diese Region nur wenige Quadratkilometer umfasst, so hat sie doch ihren eigenständigen Eintrag als Region mehr als verdient. Hier liegen die höchsten Berge der Insel, die einsamsten Bergdörfer und der schönste Zusammenfluss zweier Flüsse überhaupt. Das alles noch abgerundet mit einem wunderschönen Bergsee, Herz was willst du mehr… .

Wohnen: Wer die Ruhe liebt findet in Lozzi einfache, aber wunderschöne Campingplätze.

Lac de Nino:

Aussichtsreiche Wanderungen gibt auf Korsika zur Genüge. Bergseen auch. Doch dieser sticht eindeutig aus der Masse hervor. In mitten einer Hochgebirgslandschaft findet sich dieser von Grasflächen umrundet Bergsee. An seinen Ufern grasen Kühe, Pferde und ebenso Schweine.

Klingt fast kitschig, ist es auch irgendwie. Aber auf jeden Fall eines der Top Ziele der Insel.

Zustieg:

Die Wanderung starte am Forsthaus „Poppaghia“ welches an der D 84 in westlicher Richtung von Calacuccia liegt. Von hier geht es in knapp 3 Stunden einen bestens markierten Wanderweg hoch ins Bergmassiv des Rotondo. Ja, der Aufstieg ist mühsam aber er lohnt sich!

Zusammenfluss Golo und Niolu:

Langsam merkt man das es mir Flüsse wirklich angetan haben. Aber versprochen das ist der letzte!

Kurz vor Calacuccia in westlicher Richtung liegt dieses Naturjuwel. Hier fließen die beiden Flüsse Golo und Niolu zusammen und haben eine abenteuerliche Schlucht geschaffen. Als ob das noch nicht ausreicht, wurde hier eine alte Genueser Brücke erbaut und auch erhalten. Schöner geht es kaum und die Felsen laden mit ihren Wellen und Dellen zum sitzen und liegen ein. Das Wasser ist zwar immer noch erfrischend, aber das tut dem Spaß keinen Abbruch.

Kleiner Tipp:

Am großen Becken unter der Brücke sind Sprünge bis 14 Meter möglich…. .

Lac de Calacuccia:

Im beschrieben Hochland spielt natürlich der Stausee eine übergeordnete Rolle und kann somit sinnbildlich für die ganze Region angesehen werden. An seinen Ufern befinden sich die Orte und Dörfer welche die Gegend so einzigartig machen ebenso wie die höchsten Berge der Insel.

Mein Tipp ist es in Sidossi an der Kanustation ein Stand Up Paddel Board auszuborgen und in See zu stechen. Von hier hat man den besten Rundumblick und kann die Wanderungen der kommenden Tage planen.

Diese starten zumeist vom Col de Vergio wenn man Richtung Baglia Orba möchte oder in Lozzi wenn der Monte Cinto in Angriff genommen wird.

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