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Alex Payer

Wie bereits in meinem letzen Blogpost angekündigt, dreht sich dieser um den Übergang vom „Leistungssport zum Profisport“.

Doch wo liegt die Grenze zwischen Amateur und Profisport? Grundsätzlich ist diese bei weitem keine allgemeine, sondern eher eine variable. Aber es lässt sich sagen das man ab dem Zeitpunkt wo man seinen Lebensunterhalt durch Einkünfte aus sportlicher Tätigkeit bestreiten kann, schon von einem Berufssportler spricht

Doch was bedeutet es seinen Lebensunterhalt durch Sport zu bestreiten?

Für mich bedeutet es das eine Person zumindest geringfügig über der von Land zu Land abhängigen Armutsgrenze verdienen muss.

Für Österreich wäre das somit die Summe aus 12×1060 Euro.

Also sprechen wir hier von einer Gesamtsumme welche der Sportler/in erwirtschaften muss von 12.720 Euro.

Soweit so gut.

Ich würde mal sagen der Betrag wird den meisten als nicht unerreichbar erscheinen. Stimmt auch. Aber was ist mit den jungen „Risingstars“ welche gerade die Schule abgeschlossen haben (im ideal Fall mit Matura) und nun plötzlich ihr Leben selbst finanzieren müssen?

Sie stehen vor einer großen Herausforderung welche im wesentlichen nur durch die bedingungslose Mithilfe der Familie zu gewährleisten ist (Profifussball ausgenommen, ab 2. Liga).

Natürlich kann man hier sagen das Eltern ihre Kinder auch im Falle eines Studiums unterstützen und somit die finanzielle Belastung nicht unwesentlich steigt. Stimmt auch, aber das Risiko dadurch weder im Sport noch in einer beruflichen Bildung Fuß zu fassen ist enorm.

In meinem Fall war ich nach der Schule (Leistungssportborg, 5 jährig) schlicht und ergreifend zu schlecht um alles auf eine Karte zu setzen. Somit spielte ich auf Zeit und wurde „Teilzeitstudent“. Im Winter Snowboarder, im Sommer Student. Das ermöglichte mir in beiden Teilbereichen zumindest relativ erfolgreich zu sein.

Ich bin der Meinung das es zumindest für mich die richtige Entscheidung war, auch wenn die Doppelbelastung natürlich immens, aber ich glaube als Sportler ist man dies ohnehin gewöhnt.

Und ganz ehrlich, in einer Randsportart und dazu zähle ich alles wo die „Topstars “ unter 500.000 Euro pro Jahr vor Steuer verdienen, ist es fahrlässig sich keinen Plan B zurechtzulegen.

Jetzt werden viele sagen : „Aber es gibt ja auch Herresport und Polizeisport“.

Stimmt und ohne diese beiden Einrichtungen wäre der Profisport in Österreich in seiner jetzigen Form sowieso nicht möglich. Denn was ja noch dazukommt ist das man als Sportler spätestens ab einem gewissen Alter nicht mehr Mitversichert ist und dadurch die Sozialversicherung selbst zu tragen hat. Hier leisten die beiden oben genannten Institution absolute Spitzenarbeit.

Aber auch hier gilt, man muss bereits über ein enormes Niveau verfügen um überhaupt in den Genuss dieser, ich nenne es jetzt mal Förderung, zu kommen.

Und auch hier sind wir wieder bei bereits erkannten Problem, nämlich hat man dieses Niveau bereits wenn es darum geht sich sich nach der Schullaufbahn zu entscheiden wie es weitergeht.

Das ist im wesentlichen die Grundsatzfrage des „Profisports“. Wann sollte man am Zenit seiner Leistungsfähigkeit sein?

Aus meiner Sicht müsste man hier etwas einwirken und den Umstieg vom Leistungssport in den Profisport erleichtern. Denn nicht jeder kann bereits mit sagen wir 22, Weltmeister sein .

Vor allem spricht die momentane Entwicklung im Spitzensegment eher davon das sich die Hochleistungsaltersgrenzen nach oben verschieben. Denken wir da nur an Tennis, Skifahren oder auch meine Disziplin das Snowboarden.

 

In meinem Fall war es eine Verkettung von positiven Unfällen das sich alles so ergeben hat wie es war. Zuerst zu schlecht um alles auf eine Karte zu setzten und folgerichtig begann ich mit dem Studium. Nach einer etwas harten Phase, um Fuß auf internationalem Parkette zu fassen doch die Qualifikation für den Heeresport. Dann 90% Sportler, 10% Student und auch im Weltcup erfolgreich inklusive sehr verspäteten Universitätsabschluss.

Doch was kommt nach der schönen Zeit beim Heeressport (Maximalzeit 3 Jahre). Hier holt einen als Sportler das wahre Sportler leben ein.

Mehr dazu im nächsten Blog…. .

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